Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge feiert dreifaches Jubiläum in Ungarn
27. November 2009 [Knorr-Bremse Konzern]
- 1969: Abschluss eines Lizenzvertrags zur Produktion von Nutzfahrzeugbremsen
- 1989: Gründung eines deutsch-ungarischen Gemeinschaftsunternehmens in Kecskemét
- 1999: Einrichtung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Budapest
Im Beisein des ungarischen Ministerpräsidenten Gordon Bajnai, des ungarischen Wirt-schaftsministers István Varga sowie des Aufsichtsratsvorsitzenden und Gesellschafters von Knorr-Bremse Heinz Hermann Thiele und des Vorstandsvorsitzenden Dr. Raimund Klinkner hat Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge gestern auf vierzig Jahre Produktion in Ungarn zurückgeblickt.
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge war einer der Pioniere unter den industriellen In-vestoren in Ungarn. Schon 1969 hatte das Unternehmen einen Lizenzvertrag mit dem unga-rischen Außenhandelsunternehmen MOGÜRT und den SZIM Vereinigten Werkzeugmaschi-nenfabriken zur Produktion von Nutzfahrzeugbremsen in Ungarn abgeschlossen. Maßgeb-lich beteiligt an dieser Vereinbarung war bereits Heinz Hermann Thiele, damals noch Leiter der Rechtsabteilung von Knorr-Bremse. Einer der wichtigsten Kunden war Ikarus, der größte Omnibushersteller des früheren Ostblocks.
Nachdem Ungarn als erster sozialistischer Staat die gesetzlichen Voraussetzungen für Joint Ventures mit westlicher Beteiligung geschaffen hatte, gründete Knorr-Bremse am 24. No-vember 1989 ein Gemeinschaftsunternehmen für Nutzfahrzeugbremsen. Daraus entwickelte sich bis heute eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Konzerns mit zwei Standor-ten: In Kecskemét, 86 Kilometer südöstlich von Budapest, produziert Knorr-Bremse mit rund 650 Mitarbeitern unter anderem pneumatische und elektronische Bremssteuerungen und Luftaufbereitungssysteme größtenteils für die europäische Nutzfahrzeugindustrie. Der Standort Kecskemét ist darüber hinaus zuständig für den Vertrieb in die Region Mittel-Ost-Europa. Die hier hergestellten High-Tech-Produkte erfüllen alle Anforderungen internationa-ler Wettbewerbsfähigkeit. Ergänzend dazu gründete Knorr-Bremse 1999 in Budapest ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, eines von insgesamt dreien im Nutzfahrzeugbereich von Knorr-Bremse. 120 Mitarbeiter entwickeln heute in Budapest Soft- und Hardware für Bremssysteme.
Der Standort Ungarn spielt nicht nur aufgrund seiner hervorragend ausgebildeten Ingenieure eine wichtige Rolle im Knorr-Bremse Konzern. Das Land gilt seit jeher als Tor zum Osten und nimmt seit der politischen Wende einen wichtigen strategischen Platz ein. So werden etwa die Nutzfahrzeugaktivitäten von Knorr-Bremse in Russland, das Joint-Venture mit dem größten russischen Lkw-Hersteller KAMAZ, von Ungarn aus gesteuert.
Neben dem Nutzfahrzeugbereich ist auch Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge in Ungarn vertreten mit einem Entwicklungszentrum in Budapest und einer neuen Fabrik, die im kommenden Frühjahr ebenfalls in Budapest eingeweiht wird. Die Wurzeln des Schienenfahr-zeugbereichs reichen sogar noch weiter zurück als die des Nutzfahrzeugbereichs, bis ins Jahr 1923. Damals wurde ein Lizenzvertrag über die Ausrüstung von Schienenfahrzeug-bremsen zwischen Knorr-Bremse, damals noch in Berlin, und der vormaligen Budapester Telefonfabrik geschlossen. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg wurde diese Zusammenar-beit unterbrochen und erst 1959 in Form eines erneuten Lizenzvertrages für Schienfahr-zeugbremsen zwischen Knorr-Bremse München - das Werk in Berlin war zerstört und der Firmensitz nach München verlegt worden - und der ungarischen Schienenfahrzeugindustrie wieder aufgenommen.
Der Knorr-Bremse Konzern ist weltweit der führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Als technologischer Schrittmacher treibt das Unternehmen seit über 100 Jahren maßgeblich die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb moderner Bremssysteme voran. Weitere Produktfelder sind Türsysteme und Klimaanlagen für Schie-nenfahrzeuge sowie Drehschwingungsdämpfer für Verbrennungsmotoren. Im Jahr 2008 er-wirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 3,38 Milliarden € und beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter.
