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Knorr-Bremse eröffnet zukunftsweisendes Entwicklungszentrum

22. Juni 2016 [Knorr-Bremse Konzern]

Bayerischer Ministerpräsident Horst Seehofer würdigt Investition in Innovationsstandort Bayern

Nach knapp zweijähriger Bauphase war es am 23. Juni 2016 soweit: Im Beisein von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sowie zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft wurde das neue Entwicklungszentrum des Knorr-Bremse Konzerns in München offiziell eröffnet.

  • Offiziell eröffneten Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, Eigentümer Heinz Hermann Thiele, Architekt Prof. Dr. Gunter Henn sowie Vorstandsvorsitzender Klaus Deller am 23.06.2016 das Entwicklungszentrum von Knorr-Bremse in München (von links). | © Knorr-Bremse

  • Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter mit Klaus Deller, dem Vorstandsvorsitzenden von Knorr-Bremse, an einem der Prüfstände: Mit seinen hochmodernen Test- und Prüfständen kann Knorr-Bremse zukunftsweisende technische Konzepte besonders rasch validieren und für Kunden umsetzen.

„Das neue Entwicklungszentrum von Knorr-Bremse ist in mehrfacher Hinsicht zukunftsweisend. An diesem Ort bringen wir Ingenieure und Techniker aus beiden Divisionen – Systeme für Schienenfahrzeuge und Systeme für Nutzfahrzeuge – zusammen. Mit dieser Bündelung von Know-how rund um die Bremssysteme nutzen wir Synergien und schaffen Mehrwert für unsere Kunden. Dafür bieten wir eine technologisch erstklassige Infrastruktur“, sagte Klaus Deller, Vorsitzender des Vorstands der Knorr-Bremse AG. Ziel sind Lösungen, die den Kunden in puncto Produkt- und Betriebssicherheit sowie der Einhaltung strenger gesetzlicher Vorgaben unterstützen, die Total Cost of Ownership senken und neue Geschäftsmodelle eröffnen.

In dem Neubau finden sich auf einer Fläche von knapp 17.000 Quadratmetern auf fünf Etagen insgesamt 100 hochmoderne Prüfstände und Testeinrichtungen für die technische Erprobung und Qualitätssicherung. Er bietet Arbeitsplätze für 350 Ingenieure und Techniker. „Mit Hilfe dieser erstklassigen Ausstattung können unsere Ingenieure und Techniker neue wegweisende Systemlösungen für die Schienen- und Nutzfahrzeuge von morgen entwickeln und erproben. Das Entwicklungszentrum ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte von Knorr-Bremse und stellt zugleich unser Bekenntnis zum Technologiestandort Bayern dar. In München ist unsere Systemkompetenz zu Hause und von hier aus werden wir mit unseren Innovationen die Mobilität auf Schiene und Straße weltweit weiterentwickeln“, erklärte Klaus Deller weiter. Insgesamt 90 Mio. Euro hat Knorr-Bremse in das Entwicklungszentrum investiert, das in weniger als zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt und in Betrieb genommen werden konnte.

„Für ein rohstoffarmes Land wie Bayern sind Forschung und Innovation der Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand auch für künftige Generationen. Mit seinem innovativen und hochmodernen Entwicklungszentrum investiert Knorr-Bremse in diese Zukunft und ist Vorbild auch für andere Unternehmen“, sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Er betonte: „Wir brauchen in Bayern mehr solche Ankerinvestitionen auch großer Unternehmen, um unsere industrielle Substanz zu stärken und zu sichern. Innovative Industrieunternehmen sind das Fundament für Bayerns Wohlstand der Zukunft. Knorr-Bremse macht es vor, wie wir im weltweiten Wettbewerb Know-how in Bayern ausbauen. Wir wollen einen modernen digitalen Industriestandort in Bayern und werden hierzu auch unsere Technologieförderprogramme noch passgenauer aufstellen.“

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter erklärte: „München ist als Innovationsstandort weit über die Grenzen Bayerns hinaus ein Begriff. Mit diesem Entwicklungszentrum erhält die Stadt einen weiteren Leuchtturm in der Innovationslandschaft und unterstreicht damit die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes.“

Heinz Hermann Thiele, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats und Eigentümer des Unternehmens, sagte: „Gerade als Familienunternehmen agieren wir seit jeher zukunftsorientiert. Das neue Entwicklungszentrum legt als Taktgeber die Basis für die nachhaltige Innovationskraft von Knorr-Bremse weltweit. Wir haben seit 2010 mehr als 1,5 Mrd. Euro für die Entwicklung neuer Produkte und Systeme aufgewendet. Zur Zukunftssicherung investierte der Konzern in diesem Zeitraum außerdem über 1,3 Mrd. Euro in den Auf- und Ausbau von Entwicklungs- und Fertigungsstandorten weltweit. Das zahlt sich für Knorr-Bremse in Technologieführerschaft mit deutlichem Abstand zum Wettbewerb aus.“

Architektur, die kommuniziert

Weltweit arbeiten rund 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Entwicklung für Knorr-Bremse. Im Münchener Entwicklungszentrum sind bis zu 350 Experten aus Ingenieurswesen, Versuchstechnik, Werkstofflehre in den Werkstätten und Laboren tätig. Sie tauschen sich auf der lichtdurchfluteten Kommunikationsfläche im Atrium aus. Prof. Dr. Gunter Henn, Chairman des mit der Projektplanung und -ausführung betrauten renommierten Münchner Architekturbüros Henn, erläuterte: „Ein Unternehmen ist heute nicht nur ein Ort der Wissensanwendung, sondern vermehrt ein Ort der Wissenserzeugung. Der Erkenntniszuwachs entsteht durch die Interaktion zwischen den Mitarbeitern. Im Entwicklungszentrum unterstützt die Architektur die Wissensentstehung.

Dabei geht es nicht nur um das Know-how einzelner Disziplinen, sondern darum, Räume für interdisziplinären Austausch zu schaffen und die Wissensbereiche miteinander zu vernetzen. Die Gestaltung der Innenräume und die Flächenbelegung orientieren sich an unserem Innovationsprozess. Für jede Phase dieses Prozesses finden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimale Arbeitsbedingungen vor. Durch die räumliche Nähe von Büroarbeitsplätzen zu Werkstätten und Laboren können die Forscher ihre Ideen und Anwendungen schnell testen und prüfen.“ Neben der Kommunikation ist auch das Energiekonzept des Entwicklungszentrums nachhaltig angelegt: Es nutzt die Abwärme der Prüfstände, um das Gebäude gleich auch zu heizen.

Plattform für Systemkompetenz

Mit dem architektonisch herausragenden Gebäude hat Knorr-Bremse die Voraussetzungen geschaffen, um für seine Kunden Systeme mit Mehrwert zu entwickeln. Dank der modernen Prüfstände und Testeinrichtungen können technische Konzepte für Schienen- und Nutzfahrzeuge besonders rasch validiert und für den Kunden umgesetzt werden. Die Zeitspanne bis zur Markteinführung (Time to Market) sinkt.

Ziel ist es, die nächste Generation von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge zu entwickeln, die den zukünftigen Anforderungen Rechnung trägt. Beispielsweise arbeiten die Knorr-Bremse Entwickler im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge an zukunftsweisenden Lösungen, die ein verschleißarmes und punktgenaues Abbremsen von Zügen ermöglichen werden – unabhängig von Beladungszuständen oder Witterungseinflüssen. Damit können Taktzeiten verkürzt und die Pünktlichkeit weiter verbessert werden.

Im Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge zielt eine neue Generation der Bremsensteuerung von Knorr-Bremse auf komplexe Steuerungsvorgänge, die vor dem Hintergrund einer sich weiter durchsetzenden Funktion der Fahrerassistenz sowie der Automatisierung von Fahrfunktionen für das automatisierte Fahren erforderlich werden. Durch die intelligente Vernetzung von Bremssteuerung mit weiteren Subsystemen wie zum Beispiel der Lenkung kann Knorr-Bremse erweiterte automatisierte Fahrfunktionen anbieten, wie die bislang nur aus dem Pkw-Bereich bekannte aktive Spurhaltung auf Autobahnen sowie neue nutzfahrzeugspezifische Funktionalitäten wie Platooning, das automatisch gesteuerte Kolonnenfahren in geringem Abstand, oder autonomes Fahren auf dem Speditionshof (Yard-Maneuvering).

Prüfstände, einzigartig kombiniert

Ob sie ATLAS oder UZP heißen: Jeder der 100 Prüfstände ist bereits für sich genommen ein Beispiel für ausgereifte Ingenieurskunst und ein Branchenglanzlicht: Solch ein Gebäude mit kombinierten Testeinrichtungen und gemeinsamer Entwicklungsarbeit der Divisionen Rail und Truck bietet erstklassige Voraussetzungen für die komplexen Anforderungen unserer Branche. Den technischen Höhepunkt des Maschinenparks bildet der 15 Meter hohe und 760 Tonnen schwere Prüfstand ATLAS (Advanced Test Laboratory for Adhesion based Systems). Er simuliert die Fahrt auf Schienen für Laufräder, Radsätze oder Drehgestelle – bei Geschwindigkeiten von bis zu 350 Stundenkilometern. Dabei kann der Prüfstand alle Spurweiten, Standards und verschiedenste Umgebungsbedingungen wie Regen, Fahrtwind und Temperaturen simulieren.

Technologisch nicht weniger beeindruckend ist der Universelle Zugprüfstand (UZP). Er simuliert das Bremsverhalten von kompletten Personen- und Güterzügen mit bis zu 208 Wagen und mehr als drei Kilometern Länge. Dazu ist der Zug im Prüfstand anhand der Hauptluftleitung quasi wie zu einer großen Spirale aufgewickelt. Prüfungen und Homologationen für international unterschiedliche Normen im Schienenverkehr können durchgeführt werden.

An einem Schwungmassen-Reibungsprüfstand können Vollbremsungen simuliert werden, um Bremsscheiben für Nutzfahrzeuge unter Extrembedingungen auf Verformung und Rissbeständigkeit zu testen. Mit den NVH-Schwungmassenprüfständen – NVH steht für Noise, Vibration und Harshness – ist Knorr-Bremse ein Vorreiter für die Senkung von Lärmemissionen im Straßengüterverkehr.

 

Alexandra Bufe

Tel: +49 89 3547 1402
E-Mail: alexandra.bufe@knorr-bremse.com

Knorr-Bremse AG
Moosacher Straße 80
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